SQL Anywhere 17: End of Mainstream Maintenance 2028

SQL Anywhere 17 wird am 31. Dezember 2028 End of Mainstream Maintenance erreichen. Das ist der offizielle SAP-Begriff dafür, dass eine Version keine wesentlichen Updates mehr bekommt. Im allgemeinen Sprachgebrauch spricht man schlicht von End of Life.

Zweieinhalb Jahre klingen nach genug Zeit. Für viele Vorhaben ist das aber knapper als es sich im ersten Moment anfühlt – vor allem wenn man bedenkt, dass eine Datenbankmigration kein Projekt ist, das man nebenbei macht.

Was passiert danach

Eine neue Major-Version von SQL Anywhere ist nicht zu erwarten. SAPs strategische Ausrichtung zeigt seit Jahren in eine andere Richtung, und SQL Anywhere als “kleine” Datenbank passt da nicht mehr hinein. Das ist unbefriedigend, aber die Realität.

Wer SQL Anywhere heute produktiv im Einsatz hat, wird früher oder später auf ein anderes System wechseln müssen. Zwei Kandidaten werden dabei am häufigsten genannt:

PostgreSQL ist die naheliegendste Wahl für viele Szenarien: Open Source, kostenlos, aktiv weiterentwickelt, mit einer breiten Nutzerbasis. Für typische betriebswirtschaftliche Anwendungsfälle – relationale Daten, Stored Procedures, einfache Administration – ist PostgreSQL eine ausgereifte und erprobte Alternative.

Microsoft SQL Server bietet sich an, wenn das Unternehmen ohnehin tief im Microsoft-Ökosystem verwurzelt ist. Wer Windows Server, Azure und .NET betreibt, findet dort eine gut integrierte Lösung – mit entsprechend anderen Lizenzkosten.

Muss ich denn wechseln?

Nein, zwingend wechseln muss man nicht. Man kann eine bereits abgekündigte Datenbank-Software durchaus noch weiter betreiben - selbst wenn der Softwarehersteller dafür schon seit Jahren keinen Support und keine Bugfixes mehr liefert. Aber zukunftstauglich ist das nicht – aus zwei Gründen. Erstens: Sicherheitslücken und ungepatchte Fehler sind genau dort besonders gefährlich, wo Ihre Unternehmensdaten liegen. Zweitens: Eine Datenbank hat einen Lebenszyklus, der in Jahrzehnten gemessen wird – und in dieser Zeit wollen Sie ein Produkt im Einsatz haben, das aktiv weiterentwickelt wird.

Darauf kommt es bei einer Migration an

Wie aufwendig eine Migration ist, hängt stark davon ab, wie intensiv SQL Anywhere-spezifische Features genutzt werden. Wer nur einfache Tabellen und Standard-SQL verwendet, hat es vergleichsweise einfach. Wer intensiv mit gespeicherten Prozeduren, Datenbankevents oder MobileLink-Synchronisation arbeitet, muss tiefer einsteigen.

Das lässt sich pauschal schlecht einschätzen – das geht nur konkret, von Anwendung zu Anwendung.

Wenn Sie sich fragen, was das für Ihre Situation bedeutet: Ich beschäftige mich seit über zwei Jahrzehnten mit SQL Anywhere und kenne PostgreSQL als Migrationsziel gut. Sie können mich gerne unter info@jakoubek.net ansprechen.